"Der Wandel im Barnstorfer Bahnhofsviertel"

... und wie es zu diesem Projekt kam

Das Projekt „Bahnhofsviertel Barnstorf“ startete in 2009; Bewohner und Interessierte nahmen die vollständige Umgestaltung der historischen Bahnhofstraße zum Anlass, sich mir der Geschichte der Straße, des Bahnhofs und des Viertels zu befassen.

Als Geschichtswerkstatt wurde das Ganze zu einem spannenden Lernprojekt, durchgeführt von Schülern der Christian-Hülsmeyer-Schule unter der Leitung von Dorit Schierholz, von Wilhelm Bagge vom Heimatverein, Klaus Schmelz vom IGEL, Regina Bömer vom Welthaus und Reinhold Bömer vom VNB.

Im Rahmen des Projektes entstand die Ausstellung „Der Wandel im Barnstorfer Bahnhofsviertel“ und das begleitende Buch „Barnstorf: hier Barnstorf“.

Reinhold Bömer vom VNB betont: „Die gemeinsame Geschichtswerkstatt versuchte, sich die Geschichte des Ortes zu erschließen und anzueignen. Sie versuchte, die Geschichte von Menschen und Häusern, Technik und Politik lebendig werden zu lassen, Hintergründe darzustellen und sie mit Alltagsgeschichten zu beleben.“

Dorit Schierholz sieht vor allem die Bedeutung, die das Projekt für ihre Schüler hatte. Die Schüler hatten die Möglichkeit, in einer Projektwoche  und in Nachmittagsgesprächen mit vielen Zeitzeugen in Kontakt zu treten und sie nach ihren Kenntnissen, Erfahrungen und Erinnerungen zu befragen. Erstaunlich war das große Interesse an dieser Arbeit und das Mitteilungsbedürfnis vieler Befragter. Die Generation möchte ihr Wissen weitergeben und für die Probleme aus der Geschichte sensibilisieren.

 

Die Ausstellungsmacher haben die Geschichte der Bahn als Seismograph gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Entwicklungen erfahren: „Sie ist damit exemplarisch für eine Zeit, die wir Gründerzeit nennen.“

 

Weit über ein rein akademisches Interesse hinaus, hat diese Geschichtswerkstatt die Erinnerung an die nicht wenigen jüdischen Mitbürger wachgehalten und an ihre Vertreibung und Ermordung durch die Verlegung von Stolpersteinen erinnert. Spuren von Ausgewanderten wurden in den USA entdeckt. Reinhold Bömer betont die politische Dimension des Vorhabens: „Dass dieses Kapitel unserer Ortsgeschichte nicht abgeschlossen ist und noch immer dumpfe rassistische Gewalt hervorruft, zeigte sich daran, dass die Steine kurz nach der Verlegung systematisch zerstört wurden.“

 

Die Geschichtswerkstatt wird daran arbeiten, dass auch diese Gewalt eines Tages Geschichte ist: nicht vergessen, aber aufgearbeitet und abgeschlossen, so die Teilnehmer des Projektes.

 

Dank der Unterstützung vieler Mitbürger, Geschäftsleute und Stiftungen, aller im Ort vertretenen Parteien sowie von Samtgemeinde und Landschaftsverband konnten Ausstellung und Buch professionell gestaltet werden.

Die Ausstellung und das Buch werden am Freitag 9.4. um 19.00 – eingerahmt von einer Revue der Schüler mit dem Titel „Großer Bahnhof“ Livemusik und kurzen Reden - im Bahnhofsgebäude eröffnet.

 

Die Ausstellung ist auch in Zukunft in der Bahnhofshalle zu sehen, besonders aber am Sa 10.4., wenn die Bahnhofstraße von 14.00 bis 18.00 zu einem bunten Unterhaltungsprogramm einlädt.

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